Hongkong – Wo fangen wir nur an? Hongkong ist nicht nur eine Großstadt, vielmehr ist sie eine vollkommen andere Welt. Eine Mischung aus Neonschildern, Hektik, tausenden Menschen auf den Strassen, komischen Gerüchen und ein positives Gefühl von Reizüberflutung. Begrüßt wurden wir leider mit der Nachricht, dass unser Gepäck auf dem Weg von Bali über Kuala Lumpur verloren gegangen ist. Nach einer kurzen Panikattacke meinerseits konnte mich Timo aber schnell beruhigen und wir sind erstmal Richtung Hotel gefahren. Ein wirklich tolles Hotel haben wir uns ausgesucht, welches Hotel Sav heißt. Wir haben das Viertel Hung Hom im Herzen von Kowloon gewählt. Dort ist es etwas ruhiger als vor der allseits bekannten „Chungking Mansion“ in der Nathan Road aber dennoch gibt es genügend Restaurants, Märkte und Bars fußläufig vom Hotel entfernt. So sind wir auch gleich nach dem Einchecken und Bewundern unseres Zimmers im 18.Stockwerk auf die Strassen, um einen ersten Eindruck der kantonesischen Küche zu erhalten. Es gab Noodle Soup mit Wontons in einem kleinen Bistro voller junger Einheimischer. Ein toller erster Abend!

Die folgenden Tage haben wir uns – wie bei jedem Städtetrip – die Hacken wund gelaufen. Vom Tsim Sha Tsui Peer, die Nathan Road hoch über das Viertel Mongkok bis zur Prince Endward Station. Vorbei an den berühmten Märkten, wie dem Ladies Market, verrückten Gassen, in denen man nicht einen Buchstaben aus dem römischen Alphabet gesehen hat und Millionen von Menschen. Durch die zahlreichen Eindrücke, die man täglich verarbeiten musste, hat man auch entsprechenden Hunger bekommen :-). Eine absolute Pflicht hier in Hongkong, ist das Essen von Dim Sums. Unser Favorit war das „One Dim Sum“ Restaurant im nördlichen Mongkok. Dieses 1 Michelin Stern Restaurant besticht nicht nur durch seine unfassbar günstigen Preise sondern auch durch seine überaus leckeren Dumplings. Hier haben wir uns regelrecht den Bauch vollgehauen und gerade mal 16€ zu ZWEIT bezahlt. Eine tolle Erfahrung, die allerdings auch sehr viel Wartezeit für einen Tisch bedeutet, aber mehr als wert ist.

 

 

Timo und ich fragen uns gegenseitig nach jeder Destination, was uns an dem jeweiligen Trip am besten gefallen hat. In Hongkong waren wir uns ziemlich schnell einig. Der Victoria Peak auf Hongkong Island hat uns mit seiner fantastischen Ausicht sowohl tagsüber, als auch bei Nacht völlig vom Hocker gehauen. Jeder der Hongkong im Leben besucht, sollte das schier endlose Warten an der Peak Tram einfach in Kauf nehmen, sich ein Bierchen oder zwei kaufen und den Blick auf die Skyline genießen.
An unserem letzten Tag, mit purem Sonnenschein, haben wir uns entschlossen den Menschenmassen zu entfliehen und nach Shek O Beach in den Südosten auf Hongkong Island zu fahren. Begonnen hat unser Tagesausflug mit einer Fahrt auf der Starferry von Kowloon nach Central (2HK$). Von hieraus sind wir zu den Western Markets gelaufen, um mit dem sogenannten „Ding Ding“, welche die einzige zweistöckige Tram weltweit ist, quer über die Insel zu tuckern. Im übrigen eine sehr günstige Methode um Sightseeing auf Hong Kong Island zu machen (2,30 HK$). Nach einer letzten Busfahrt von ca. 20 Minuten kamen wir dann am Shek O Beach an. Definitiv unser Platz 2 in Hongkong, nach dem Victoria Peak. Man kann sich nicht vorstellen, wie ruhig, entspannt und idyllisch es dort ist – der absolute Kontrast. Pulverfeiner Sand und angenehme Wassertemperaturen haben diesen Nachmittag für uns perfekt gemacht.

 

 

Normalerweise empfinden wir es als völlig ausreichend, eine Woche für einen Städtetrip einzuplanen. Schon nach den ersten zwei Tagen in dieser tollen Stadt haben wir jedoch festgestellt, dass sieben Tage fast zu wenig sind, um all die tollen Sehenswürdigkeiten und Eindrücke zu erleben. Was wir auch unbedingt sehen wollten, war der Tian Tan Buddha, auch Big Buddha genannt, auf Lantau Island. Das Hotel empfohl uns vorab das Eintrittsticket zu kaufen, um der „längeren“ Warteschlange zu entgehen, was wir auch taten. Dennoch mussten wir ca. 1 1/2 Std darauf warten die Gondel zu betreten, die uns auf den Berg des Buddhas beförderte – immer noch besser als die regulären 2-3 Stunden :-). Das Wahrzeichen selbst war beeidruckend, aber die Tatsache, dass wir fast einen ganzen Tag nur für die Besichtigung und Anfahrt gebraucht und 165HK$ zzgl. Anfahrtskosten bezahlt haben, lassen uns nicht noch einmal wiederkommen. Was wir dennoch als spektakulär empfanden, war die Fahrt mit der Gondel. Wir hatten eine atemberaubende Sicht über die Berge von Lantau und ein bisschen Nervenkitzel war auch dabei (für mich zumindest).

Erwähnenswert ist definitiv auch die längste Rolltreppe der Welt, welche sich in den Mid-Levels auf Hongkong Island befindet. Warum fanden wir es hier so toll? Ganz einfach, Timo und Ich erkunden am liebsten eine Stadt, indem wir uns ins Getümmel stürzen, die lokale Küche genießen und „people watching“ in Cafés machen. Und genau das kann man entlang des Escalators am besten. Vorbei an der Wellington Street, welche durch viele traditionelle Restaurants besticht, bis hin zur Hollywood Road, mit seinem Hipster Viertel SoHo (was für South of Hollywood Rd steht).

Alles in allem haben wir einstimmig beschlossen, dass Hongkong eines unserer bisherigen Highlights war und wir definitiv wiederkommen werden!

 

 

Und hier unsere typische Liste an sonstigen Restaurants, Cafés und Aktivitäten inkl. Fotos:

Chung King Mansion: Die wohl bekannteste Mansion auf der Nathan Rd für günstige Backpacker Unterkünfte, gefälschte Uhren, maßgeschneiderte Anzüge und Massen an Menschen. Wir hatten uns ganz bewusst gegen eine der Mansions entschieden, weil wir es ein bisschen komfortabler haben wollten. Aber eines sei zu sagen: Dass, was man im Internet an Reviews über die Mansions liest, sind wahrscheinlich eher von „Asienunerfahrenen“ Touristen hinterlassene Frustrationen. Nur weil man ein bisschen auf der Straße angequatscht wird mit „Copy Watch, Copy Bag“, ist es doch nicht gleich ein Ort an dem man belästigt wird. Wir fanden es jedenfalls belustigend und haben seit dem auch neue Spitznamen. Timo ist Copy Watch und ich Copy Bag :-). Definitiv sehenswert im Herzen von Kowloon.

Lightshow Habour: Am Besten sichtbar vom Tsim Sha Tsui Peer oder aus einer der zahlreichen Rooftop Bars. Wir fanden den nächtlichen Blick auf die Skyline weitaus Spektakulärer als die Lightshow an sich. Vielleicht sind wir hier aber auch ein wenig von Singapore verwöhnt.

One Rice: Unsere erste Dim Sum Erfahrung in Hong Kong. Ein kleines Restaurant in der Baker St in Hung Hom. Beim ersten Besuch waren wir total begeistert von den leckern Dumplings, die uns für wirklich kleines Geld serviert wurden (Ø 16 HK$ pro Gericht). Leider war der zweite Besuch ein echter Reinfall. Wahrscheinlich hatte die Küche einen schlechten Tag…

Seafood Stand: Man mag es am Namen nicht erkennen, aber der Seafood Stand ist ein wirklich guter Burgerladen in Hung Hom. Vom Standard Beef Burger (50 HK$) bis Lobster Burger (85HK$) gibt es alles, was ein Junk-Food-Herz begehrt. Und das auch noch zu einer passablen Qualität. Wen es also nach ein paar Tagen Dumplings, Wontons und Noodle Soups überkommt wird hier nicht enttäuscht.

Mak’s Noodle: Ab und zu googlen wir ein bisschen herum, um gute traditionelle Restaurants ausfindig zu machen. Das Mak’s Noodle ist ein von Anthony Bourdain (wer ihn nicht kennt, sollte den mal youtuben) gehypter Laden in der Wellington St auf Hong Kong Island (nähe der Rolltreppe). Hm, wir fanden es ein bisschen Fade und würden nicht unbedingt wiederkommen, obwohl es preislich ok war – Noodle Soup mit Shrimp Dumplings 40 HK$.

Tsong Long Ting: Unser erstes und letztes Gericht in Hong Kong. Beides Mal gab es Noodle Soup mit Wontons (40HK$). Lecker und viel! Wenn man so wie wir in Hung Hom wohnt, sollte man dem kleinen Restaurant eine Chance geben.

Eierwaffeln: So gut wie an jeder Ecke mit viel Menschen, also überall zu finden. Einfach mal die leckeren Waffeln/Waffelbällchen als Snack zwischendurch probieren.

Coco Espresso: Hier hole ich mal ein bisschen aus! Als wir in unser Hotel eingecheckt haben, sahen wir ein blinkendes Smartphone auf dem Nachttisch. Geblinkt hat „I am free“ und „Use me“. Also schnappten wir uns das Gerät und klickten uns ein wenig durch. Wie sich herausgestellt hat, ist das Smartphone mit spezieller Tourisoftware im Zimmerpreis enthalten. Was für eine coole Idee. So hatten wir immer Internet beim Sightseeing und das Handy hat uns ständig mit tollen Berichten, Shops und Sights versorgt. Um den Kreis zu schließen, u.a. auch mit dem Coco Espresso in dem Bericht Best Coffee Shops in Hong Kong. Durchaus hat der Cappuccino (36 HK$) sehr gut geschmeckt, aber für unser allzeit geliebtes „people watching“ war es einfach nicht gut gelegen.

Iconic Special Hotdog Shop: Ja, wir mögen einfach ab und zu Junk Food. Erneut ein netter Laden in Hung Hom, der Wahnsinns Hot Dogs verkauft. Wir haben einen Frankfurter Curry Hot Dog mit geschmorten Zwiebeln, Gewürzgurken und ein paar Soßen für 45 HK$ vernascht. Lecker!

Shoppen: Bedingt durch die kleine Verspätung unseres Gepäcks – um genau zu sein ist mein Koffer 12h später angekommen und Timo’s Boardbag 3 Tage – mussten wir natürlich erstmal ein bisschen Shoppen. Da wir nur das nötigste zur Überbrückung brauchten, haben wir es bei H&M belassen. Aber die Möglichkeiten, die es hier zum Geldausgeben gibt sind unbeschreiblich. Hier findet ihr die komplette Fotogalerie.