Meeelllbouuuurrrnnneee! Für mich ist es schon ganze 11 und für Timo ganze 6 Jahre her, seitdem wir zuletzt hier waren. Es hat sich so gut angefühlt in Australien zu landen. Viele Erinnerungen aus unserem gemeinsamen Work & Travel Jahr 2004/2005 kamen wieder hoch (oh ja, es ist tatsächlich schon sehr lange her).

Bevor es jedoch mit dem Bericht losgeht, eine kleine Anekdote unserer Anreise. Sowohl Timo als auch ich sind bereits mehrmals nach Australien eingereist. Wir sollten uns daher bestens mit den Visabestimmungen auskennen. Wir wissen bis heute nicht was uns geritten hat, aber als uns die Dame am Check In Schalter in Kuala Lumpur nach unserem Visum für Australien fragte rutschte uns leicht das Herz in die Hose (Hmmm vielleicht kommen wir ja damit durch, auf dumm zu tun?!) ähhh, wieso Visum? Können wir nicht ein VISA on Arrival beantragen? Wie ja sonst auch? Nein Mister, Sie müssen im Vorwege ein Visum besitzen, sonst kann ich Sie leider nicht in den Flieger lassen.
Okay, uns blieben noch genau 2 Stunden bis Abflug. Während Timo bereits das Laptop in der Hand hielt und sich ins Internet einloggte, malte ich mir im Kopf aus, was uns wohl durch diesen Patzer an Geld flöten geht (neuen Flug buchen, weitere Nächte in KL verbringen etc.)
Timo behielt einen klaren Kopf und tippte fleißig unsere Personalien in den online Visaantrag. Es sollte so sein und wir hatten tatsächlich innerhalb von 5 Minuten unser 3 monatiges Touristen Visum in der Tasche. Sicherlich bedingt durch die 114$ die wir löhnen mussten (sonst ist es glaube ich umsonst) aber eeegggaaalll. Zurück am Schalter bestätigte die nette Air Asia Dame unser Visum und es konnte losgehen.
Nein, leider noch nicht ganz. Als wir endlich im Flieger saßen und darauf warteten, dass er abhebt, machte sich leichte Hektik unter dem Bordpersonal bemerkbar. Was denn nun?? Hello, this is the Captain speaking. I don’t have good news. We have a little bit of an issue with one of our tires. We have to replace it. Unfortunately this is only possible when the Aircraft is empty. Also alle 400 Mann wieder aussteigen bitte, in ca. einer Stunde kann es weitergehen.
Alle Mann wieder eingestiegen, hofften wir nun, dass es losgehen kann (wir hatten einen Nachtflug & waren eh schon mega gerädert)
Alle saßen fleißig auf ihren Plätzen, bis auf mein Sitznachbar (er saß im ersten Anlauf jedoch neben mir). Entsprechend nervös wurde das Bordpersonal erneut. Nach mehrmaligem Aufruf und unzähligen malen durchzählen der Passagiere entschloss man sich dann doch noch nach Melbourne zu fliegen. So viel Aufregung und das bei meiner Flugangst ;(
Aus der kleinen Anekdote wurde nun eine große, haha!
Viel Spaß beim Lesen des weiteren Berichts.

Ein bisschen haben wir uns auf kühlere Temperaturen gefreut. Nach 5 Monaten Südostasien und permanenten Durchschnittstemperaturen von 30 Grad (bemitleidenswert, ich weiß) sehnten wir uns nach einer kühleren Briese. Naja, wir hatten dann gleich bei Ankunft in Melbourne 42 Grad – haha.

Am Flughafen wurden wir von unserem Thailand Reise-Buddy Christoph abgeholt (ihn kennen wir übrigens aus Berlin, er lebt jedoch seit 5 Jahren mit seiner Freundin Maddy in Melbourne). Nachdem wir unsere Koffer abgeschmissen und uns etwas frisch gemacht haben, ging es sofort auf Erkundungstour. Die beiden leben in Richmond, einem südöstlich vom Stadtkern gelegenen Stadtteil – wir haben uns sofort verliebt. Backpackern mag er wahrscheinlich nicht so ein Begriff sein (auch wir haben uns damals nur auf das Stadtzentrum konzentriert), müssen aber sagen, dass es das absolute Schmuckstück dieser Stadt ist, neben Brighton Beach. Der viktorianische Häuserstil und die vielen niedlichen Cafés in ehemaligen Lagerhäusern runden das Bild ab.

An dieser Stelle möchten wir uns nochmal GANZ herzlich bei Euch, Christoph und Maddy, bedanken. Wir hätten uns keine besseren Gastgeber, Tourguides und Fresspartner (wir haben sehr viel gegessen) wünschen können. Ihr habt auf ewig einen gut bei uns und wir können es kaum erwarten, uns zu revanchieren.

 

 

Da wir offensichtlich ein bisschen gealtert sind, seit unserem letzten gemeinsamen Aufenthalt in Melbourne 2004, haben wir die Stadt dementsprechend durch eine ganz andere Brille gesehen. Wir haben diesmal andere Lokalitäten besucht, sei es zum Sunset Bierchen auf einer Rooftop Bar oder zum Kaffee schlürfen in einem hippen Café. Somit waren unsere Highlights in Melbourne nicht etwa das Crown Casino, der Queen Victoria Market, St. Kilda oder das durchaus sehr billige Bier im Hostel, sondern eher die gediegeneren Lokalitäten, Stadtteile und vor allen Dingen die Umgebung Melbournes.

So haben wir beispielsweise ein Paar Tage an der Great Ocean Road verbracht. Hier können wir das kleine Dörfchen Torquay wärmstens empfehlen. Selbstverständlich nicht nur für Surfer ein absolutes Paradies. Ich habe mich einfach unfassbar wohl gefühlt. Morgens haben wir den ersten Kaffee in unserem Airbnb Apartment genossen bevor es an den Strand ging. Timo ist raus zum Surfen und ich habe mich der Photographie oder einem Buch gewidmet. Dann gab es ein Mittagssnack und einen weiteren Kaffee in einem der süßen Cafés. Abends sind wir oft für einen entspannten Run die Küste entlang (oh Gott, ich habe noch nie eine eindrucksvollere Jogging Strecke erlebt) bevor wir entweder Fish&Chips oder Tacos essen gingen.

 

 

Die Tage vergingen sehr schnell und schwups waren wir zurück in Melbourne. Jedoch für nur einen Tag, denn dann ging es auch schon auf zum Camping nach Wilsons Promontory Nationalpark. Auch hier standen uns die Münder durchweg offen. Eine unfassbare Landschaft – ich kann es kaum in Worte fassen. Das Campen und Wandern haben wirklich sehr viel Spaß gebracht. Auch hier ein RIESEN „Thanks Guys, for taking us“. Unter Aktivitäten in u.a. Liste, könnt ihr genaueres über unsere Wanderstrecken etc. in Wilsons Prom nachlesen. Die letzten Tage in Melbourne haben wir ganz entspannt mit ein Paar Bierchen und „Australian Open“ gucken verbracht.

Es war durch und durch eine wundervolle Zeit in Victoria – Wir werden sie vermissen!

 

 

Hier unsere Liste, diesmal etwas ausführlicher:

Melbourne 

Drinks & Food 

Baby: Ein nettes italienisches Café in Richmond, das sehr guten Latte serviert. Latte 3,80$

Dennis the Menace: Rustikales Frühstückslokal mit sehr guter Qualität. Spiegeleier mit allem was dazugehört 10$

Mountain Goat: Eine lokale Brauerei, die ebenfalls in Richmond ist. Hier kann man viele verschiedene Pale Ale probieren. Unser Favorit war das Summer Ale: Pint 10$

Messina: Wow, was für eine Eisdiele. Musik wie in einem Electro Club und Eis aus einer anderen Welt. Dafür zahlt man aber auch 4$ pro Kugel

Lentil as Anything: ein Restaurant in St Kilda, in dem man selbst entscheidet, was man nach dem Essen bezahlt/spendet. Hier bestellt man also all das was man essen möchte und spendet am Ende eine Kleinigkeit.

Ponyfish Island: coole After Work Bar auf dem Wasser unter der Evan Walker Bridge. Pale Ale 9$

The rooftop bar @ Swanston St: Coole Cosmopolitan Bar in den Wolkenkratzern Melbournes. Pint 10$.

Zusätzlich bieten sie regelmäßig ein open air Kino an.

Section 8: Bar im Berliner Stil in der Tattersalls Lane. Coole hippe Leute mit gutem DJ am Freitag. Sparkling Ale 8$

Ausflüge

Brighton Beach Huts: Ein Strand, der nicht ganz so voll wie beispielsweise St. Kilda ist. Die kleinen Holzhütten, welche man wohl ab 250.000$!!! erwerben kann, bilden ein wunderschönes Bild. Hinzu kommt, dass man einen tollen Blick auf die Skyline von Melbourne hat und sehr gut spazieren kann.

Wilsons Promontory: Ein östlich von Melbourne gelegener Nationalpark (ca. 3 Std mit dem Auto) mit traumhafter Natur. Hier kann man in Tidal River campen und am wunderbaren Strand von Norman Bay alle fünf gerade sein lassen. Man findet wirklich kaum Worte für die schiere Schönheit dieser Natur. Um so viel wie möglich davon aufzusaugen, sollte man unbedingt wandern gehen. Es gibt unzählige Möglichkeiten und Schwierigkeitsgrade in dem gesamten Nationalpark. Wir haben uns am ersten Tag für den Pillar Point entschieden. Nach 2,8 km pro Weg wird man mit einer atemberaubenden Aussicht auf Squeaky und Norman Beach entschädigt.

Am zweiten Tag haben wir uns dann ein bisschen mehr vorgenommen und sind 19km (hin und zurück) zum Sealers Cove gewandert. Boah, haben uns die Haxen weh getan, aber es hat sich definitiv gelohnt. In den 4,5 Std. wurden wir immer wieder von unterschiedlichster Vegetation bei Laune gehalten.

Great Ocean Road

Drinks & Food 

The Daily Trader in Torquay: Tacos vom Allerfeinsten in einem coolen Garten. 3 kleine Tacos mit Hühnchenfleisch für 13$ (was in Torquay schon fast billig ist!)

Fisho’s in Torquay: so stellt man sich einen Fish & Chips Laden vor. Lecker, frisch, große Auswahl und hipp. Mit 20$ pro Portion ein bisschen teuer, aber wirklich einen Besuch wert und man wird mehr als satt.

Moons Espressobar in Lorne: nette kleine Kaffeebar direkt an der Strandpromenade. 4$ kostet hier ein Cappuccino

Ausflüge

Coastal Walking Tracks: findet man in fast jeder kleinen Stadt. Wir sind hier sehr gerne joggen/spazieren gegangen. Wunderbare Luft und eine sagenhafte Aussicht!

Bells Beach: DER Surfstrand, an dem Patrick Swayze seine letzte Welle in Point Break gesurft hat. Da Timo hier auch 2x im Wasser war, habe ich hier auch viel Zeit am Strand verbracht und kann sagen, dass es sich echt lohnt.

Jan Juc Beach: Auch hier war der Grund das Surfen, warum wir hier aufgeschlagen sind, aber es ist mit Abstand unser Lieblingsstrand an diesem Küstenabschnitt.

Lorne: Ein sehr schöner und beliebter Ort mit einem tollem Strand. Jeder, der in Melbourne etwas auf sich hält, hat hier ein Ferienhaus.