Was ist die Definition von Glück? Der einst legendäre Harald Juhnke hat es ganz gut beschrieben und für uns war schon immer klar, dass man für sein Glück etwas tun muss. Das soll nicht heißen, dass man ständig einen sitzen haben soll, aber frei sein, in seinen Entscheidungen das tun, worauf man gerade Lust hat. Das bedeutet für uns Glück!

In diesem Bericht wollen wir ein kleines Resümee der letzten 60 Tage in Neuseeland ziehen. Zwei Monate können sehr lang sein, sie können aber auch unheimlich schnell vergehen. Letzteres war der Fall. Wir haben enorm viel Schönes gesehen, sind insgesamt 6242km gefahren und verprassten ca. 5000€. Die Zeit war einfach toll und dennoch habe ich das Gefühl, sie verstrich viel zu schnell. Ich habe noch nie solch fantastische Sternenhimmel gesehen, mich derart sportlich gefühlt und das kalte Fluss- oder Meereswasser so genossen, wie in den letzten zwei Monaten.

Damit zukünftige Neuseelandreisende ein wenig von unseren Erfahrungen profitieren können, möchten wir gerne hier von unseren Erfahrungen berichten.

Die letzten zwei Wochen verbrachten wir in Raglan. Timo hat sich regelrecht ins Delirium gesurft. Da mit ihm nach seinen Surfsessions wenig anzufangen war, haben wir – Überraschung! – sehhhr viel Zeit in Cafés verbracht und Revue passieren lassen.

Uns ist bewusst geworden, was wir doch für eine tolle Zeit in Neuseeland hatten. Angefangen vom reibungslosen Autokauf und -verkauf bei Kiwicruisecontrol – Danke Doro an dieser Stelle – über eine unfassbare Natur und Kultur bis hin zu super netten Menschen.

Aber der Reihe nach. Wer nach Neuseeland reist, sollte sich erst einmal überlegen, wie er das Land bereisen möchte. Auch wir haben uns natürlich zunächst informiert, was ein cooler Campervan eventuell kostet – jeder will schließlich in Neuseeland campen. Es gibt zwar ca. eine Million verschiedene Anbieter, aber glaubt mal nicht, dass man kurz vor der Sommersaison (deutscher Winter) leicht etwas Passendes findet. Und wenn, dann oft nur noch für Preise, die sich auf etwa 120NZD pro Tag für einen auch gern heruntergekommenen kleineren Camper mit Schlafmöglichkeit belaufen. Hm, kaufen wäre auch noch eine Option. Das haben wir auch schon damals in Australien gemacht, aber die Kiste ist uns im Outback stehen geblieben. Die Erfahrung wollten wir nicht unbedingt noch einmal machen (obwohl es heute noch eine lustige Story wert ist) und außerdem wussten wir, dass der Verkauf ordentlich Nerven raubt und man zudem bei Zeitdruck eine Menge des Verkaufspreises verlieren kann. Und was ist, wenn die Karre, die man kauft, ein Griff ins Klo ist? Wo finden wir dann eine gute Werkstatt, die uns nicht über den Tisch ziehen will? Fragen über Fragen, wenig Antworten.

Irgendwann stießen wir im Netz auf Kiwicruisecontrol. Betrieben wird das kleine Unternehmen von Doro und Darren. Doro ist aus Deutschland und ihr Mann Darren aus Neuseeland. Die beiden verkaufen Campervans mit einer Rückkaufgarantie. Da Darren Mechaniker ist, sorgen die beiden dafür, dass man keine Katze im Sack kauft. Natürlich ist es auch in ihrem eigen Interesse, das Auto ohne Makel zu verkaufen, sie wollen es schließlich wieder abkaufen. Rechtlich gesehen ist man beim Kauf der Besitzer des Autos und muss im Fall der Fälle die Kosten für auftretende Schäden selbst tragen, aber uns hat das Geschäftsmodell ein beruhigendes Gefühl gegeben, sodass wir zugeschlagen haben. Ab ging es also.

 

 

Mit Neuseeland wird oft auch wildes campen assoziiert. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Ein nützlicher Wegbegleiter war uns die „Campermate“ App. Eine Reise-App, auf der Campingplätze, Abwasserstationen, öffentliche Toiletten, Unterkünfte, Straßenwarnungen, kostenloses WLAN und alles, was man braucht, wenn man unterwegs ist, angezeigt wird. Hierüber haben wir immer die günstigsten Campingplätze gefunden. Sicherlich haben wir auch ab und zu wild gecampt, z.B. direkt am Strand (super geil), aber seid euch bewusst, wenn man erwischt wird, dann ist man schnell 200NZD ärmer. Daher unser Tipp, kommt so spät wie möglich an und verlasst den Ort, so früh wie möglich. So kann man noch am besten garantieren, dass einen die Straßen-Patrouille nicht erwischt. Ansonsten belaufen sich die Campingkosten immer so zwischen 10 & 25NZD pro Person, je nach Ausstattung des Platzes.

Lebensmittel sind auch nicht unbedingt mit asiatischen Verhältnissen zu vergleichen. So mussten wir also schauen, an welchen Ecken wir hier vielleicht sparen können. Auch in Neuseeland gibt es Discounter, in denen man günstig shoppen kann. Wir empfehlen hier Pak’n Save, Countdown oder The Warehouse für günstige Camping Utensilien.

Unternommen haben wir in Neuseeland auch einiges, das Land bietet einfach so viel. Aktivitäten sind natürlich immer mit Kosten verbunden. In so gut wie jedem größeren Ort in Neuseeland gibt es ein Informationszentrum, eine sog. iSite. Es ist durchaus ratsam, sich hier die eine oder andere Info einzuholen. Oft bekommt man dort Infos über kostenlose Aktivitäten oder erhält sogar Rabatte.

Abschließend lässt sich noch sagen, genießt eure Zeit in Neuseeland,. Das Land bietet so viel Tolles. Einer meiner Lieblingstage zum Beispiel war nicht unbedingt spektakulär, aber dennoch werde ich ihn nie vergessen. Wir waren in Raglan und Timo war surfen. Ich schaute ihm wie gewöhnlich zu, die Sonne strahlte über uns. Nachdem er aus dem Wasser kam und sich umzog machten wir es uns in unseren Campingstühlen gemütlich und schauten anderen Surfern weiter zu. Wie es die Stimmung so wollte, öffneten wir uns eine Flasche Wein (da es noch nicht so spät am Tag war und wir nicht unbedingt auffallen wollten, füllten wir den Wein einfach in unsere Kaffeebecher). Wir tranken und tranken, genossen, guckten und quatschten was das Zeug hält. Manchmal ist weniger einfach mehr! In diesem Sinne, bis ganz bald, für uns geht es auf nach Sydney.